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Neujahrsempfang 2017

Ansprache von Prof. Dr.-Ing. Katja Windt
Präsidentin der Jacobs University
beim Neujahrsempfang der Unifreunde
am 31. Januar 2017 im Bremer Rathaus

Liebe Frau Senatorin Prof. Quante-Brandt,
lieber Herr Prof. Beutler,
lieber Herr Dr. Fonger,
lieber Herr Prof. Scholz-Reiter,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass die Jacobs University eine wirklich internationale Lernatmosphäre bietet, das haben Sie in diesem kurzen Film gerade gesehen. An unserer kleinen Universität ist buchstäblich die Welt zuhause. Wir bilden eine Gemeinschaft aus 111 Nationen, in der nur etwa jeder fünfte Student aus Deutschland stammt.

In einer Zeit nationalistischer und protektionistischer Tendenzen in vielen Ländern der Welt erleben wir es jeden Tag, wie bereichernd Vielfalt sein kann – in kultureller ebenso wie in fachlicher Hinsicht. Das ist ein großes Privileg. Insofern sehen wir uns umso mehr bestärkt, dass es Orte wie der Jacobs University bedarf, um hier ein Zeichen zu setzen. Daher freut es uns umso mehr, dass wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Aber bevor ich darauf zu sprechen komme, möchte ich Ihnen erstmal zwei neue Professoren vorstellen, in deren Profilen sich ebenfalls die Internationalität unserer Universität widerspiegelt.

Yilmaz Uygun ist seit dem 1. April Professor für Logistics Engineering, Technologies, and Processes an unserer Universität und legt sein Augenmerk vor allem auf die Herausforderungen der Industrie 4.0. Herr Uygun ist zweifacher Doktor der Ingenieurswissenschaften und war zuvor am MIT tätig. Seine Professur hat er in spannenden Zeiten für die Logistikforschung angetreten. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Digitalisierung nicht nur die Logistikbranche radikal verändern wird. Maschinen werden miteinander digital vernetzt werden und logistische Prozesse eigenständig planen und umsetzen können. Umso mehr freut es uns, dass Sie, lieber Herr Uygun, die Expertise unserer Universität in diesem Bereich weiter verstärken.

Ebenso freuen wir uns darüber, dass Tobias ten Brink am 1. April die Professur für Chinese Society and Business an der Jacobs University übernommen hat. Herr ten Brink ist promovierter Politikwissenschaftler und war zuvor als Privatdozent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Frankfurt tätig. In seiner Forschung befasst sich Herr ten Brink vor allem aus einer vergleichenden Perspektive mit dem Aufstieg Chinas zur globalen Wirtschaftsmacht. Insbesondere die Innovationsfähigkeit, die industrielle Entwicklung, aber auch das politische System der chinesischen Gesellschaft interessieren ihn. Zugleich unterstützt er das 2014 gegründete China Global Center an der Jacobs University. Hier befassen sich Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen mit Chinas wachsender Bedeutung als Wirtschaftsmacht, aber auch als politischer Akteur. Zugleich pflegt das Institut den Dialog mit unterschiedlichsten Vertretern der chinesischen Gesellschaft und treibt den Austausch von Gastprofessoren zwischen China und der Jacobs University voran.

Meine Damen und Herren, 2016 war nicht nur wegen dieser beiden Neuberufungen ein gutes Jahr für unsere Universität:

Im CHE-Hochschulranking und im U-Multirank hat unsere Universität im vergangenen Jahr Spitzenwerte erzielt.

  • Auch im Bereich der Drittmittelprojekte brachte das vergangene Jahr erfreuliche Nachrichten mit sich: So fördert das European Research Council die Mathematikforschung an unserer Universität mit mehr als 2,3 Millionen Euro. Es ist eine der höchsten Fördersummen, die das ERC bislang an einen Professor aus der Mathematik vergeben hat. Des Weiteren sind wir unter anderem an dem Großprojekt enera beteiligt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. enera beschäftigt sich mit Herausforderungen der Energiewende. An unserer Universität wird in diesem Zusammenhang insbesondere zu intelligenten Stromnetzen, so genannten Smart Grids, geforscht.
  • Die guten Nachrichten von unserem Campus, aber auch die Weiterempfehlungen unserer Absolventen sorgen dafür, dass unsere Universität wächst: Die Zahl unserer Studienanfänger ist von 300 im Jahr 2015 auf 470 im vergangenen Jahr gestiegen. Mit den steigenden Studierendenzahlen vergrößert sich auch der Bedarf an Wohnraum auf unserem Campus. Deshalb bauen wir nun ein neues College.
  • Und last but not least konnten wir uns durch Kooperationen mit chinesischen Unternehmen als Dienstleister im Bereich der Weiterbildung für angehende Führungskräfte profilieren.

All diese Entwicklungen haben auch die wirtschaftliche Basis unserer Universität weiter stabilisiert, unter Beibehaltung der hohen akademischen Ansprüche. Wir sehen uns als komplementäre Bereicherung der Bildungs- und Wissenschaftslandschaft insbesondere am Standort Bremen, zu dem wir gerne im Sinne der Vielfalt einen Beitrag leisten. Wichtig ist uns dabei mit der Uni Bremen, aber auch mit anderen Wissenschaftseinrichtungen in Bremen und der Region und darüber hinaus zu kooperieren.

Meine Damen und Herren – unsere Universität hat ihr eigenes, unverwechselbares Profil. Und sie ist auf dem Weg in eine gute Zukunft. Davon bin ich überzeugt. Zum einen, weil es uns als private Universität immer besser gelingt, akademische Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander zu vereinen. Zum anderen aber auch, weil viele Menschen unserer Universität ihr Vertrauen schenken. Denn die Idee einer privaten, englischsprachigen Universität mitten in Deutschland ist auch nach 15 Jahren noch jung. Und Stärken zu haben bedeutet nicht zwingend, dass sie auch von anderen gesehen werden. Denn Vertrauen setzt Offenheit voraus. Umso dankbarer bin ich, dass immer mehr Menschen in Bremen, in Deutschland und in aller Welt unvoreingenommen auf unsere Universität blicken und ihre Stärken erkennen. Wenn Sie unsere Universität bislang vor allem vom Hörensagen kennen, dann freue mich, wenn Sie sich ihr eigenes Bild machen. Sprechen Sie uns an, oder besuchen Sie uns einfach bei einer der vielen Veranstaltungen auf unserem Campus. Wir freuen uns auf Sie! Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.